kunsthaus nrw
kornelimünster

lab k

*1986 geboren in München

2018 – »büro komplex – Die Kunst der Artothek im politischen Raum«
2017 – »reflecting – Zeitbasierte Kunst aus NRW«
2017 – »reflecting 21. – Zeitbasierte Kunst aus NRW«

2013 – 2018 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Rita McBride
2009 – 2014 Studium der Philosophie an der Fernuniversität Hagen
2008 – 2013 Studium der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste bei Prof. Gisela Bullacher, Prof. Elisabeth Neudörfl, Prof. Christopher Muller and Manuel Graf, Abschluss Bachelor of Arts

Tiere als Menschen, Menschen als Tiere sind Teil unserer Kultur nicht erst, seitdem Werwölfe Mode geworden sind oder Computerspielfiguren Tierköpfe tragen. Sei es, dass die antiken Ägypter dem mächtigen Gott des Todes Anubis einen Hundekopf gaben oder dass die Chinesen im Mittelalter annahmen, dass im Westen Barbaren mit Tierköpfen leben. Tief zu beunruhigen scheint uns das Zwitterwesen Mensch-Tier nicht zuletzt deswegen, weil der Mensch ein ehemals wildes Tier ist, das sich eine Kulturwelt erschaffen hat, die dieses Tier im Zaum hält, kultiviert. Daher war der Mensch mit Tierkopf auch immer wieder ein dankbares Motiv der Gesellschaftssatire. Mit einem Hund als Menschen konnten Karikaturisten leicht eine Umkehrung der Machtverhältnisse darstellen, indem der Herr Diener wird und das Haustier Herr.

Dass die Tiere der Fabeln und Märchen durchaus keine netten, verspielten Haustiere sind, scheint man heute dank zahlloser Kinderfilme vergessen zu haben. Die Katze im Märchen Vom gestiefelten Kater etwa droht den Bauern, dass sie erschlagen werden, wenn sie ihn nicht als Herrn anerkennen. Dieses Märchen erzählt ein Chef-Vogel seinem Mitarbeiter in einem Film, den Fabian Heitzhausen bereits 2016 für den Kunstverein Bochum als Master Cat produziert hatte. In den Sprechblasen entlädt sich ein Feuerwerk an Zeichentrick-, Scherenschnitt- oder Animationsfilmen, die das Märchen bebilderten. Der rasante Aufstieg eines selbstbewussten, machtgierigen Katers zum ersten Minister endet mit der Hochzeit des armen Müllersohnes mit der Prinzessin. Für den Mitarbeiter des Pinguins endet die Szene beunruhigend rätselhaft. Ohne eine klassische »Moral der Geschichte« oder ein Urteil des Chefs bleibt nicht nur der Angestellte verblüfft zurück.

www.fabianheitzhausen.de