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Dan Dryer sind Astrid Piethan und Jörg Koslowski, die als Künstler-Duo seit 2000 zusammenarbeiten

Astrid Piethan
*1973 geboren in Mönchengladbach
lebt und arbeitet in Köln
1999 Diplom Visuelle Kommunikation, FH Design Aachen bei Prof. Wilhelm Schürmann
1999 – 2004 Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Magdalena Jetelová

Jörg Koslowski
*1970 geboren in Laatzen
lebt und arbeitet in Köln
1999 Diplom Visuelle Kommunikation, FH Design Aachen, bei Prof. Deković
1999 – 2004 Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Magdalena Jetelová

2017 – »reflecting – Zeitbasierte Kunst aus NRW«
2017 – »reflecting 21. – Zeitbasierte Kunst aus NRW«

Das Werk von Dan Dryer untersucht mit Hilfe unterschiedlicher künstlerischer Medien wie Installation, Skulptur, Bewegtbild und Performance existentielle Fragestellungen zur Wahrnehmung in unserer digital geprägten Gegenwart. Dan Dryers ortsspezifische Interventionen eröffnen den Betrachtern mit ihren formal stets reduzierten und subtilen Arbeiten einen neuen ästhetischen »Erfahrungsraum«. In dessen Mittelpunkt stehen in den Worten der Künstler »Verschiebungen« und »Unschärfen«, »Doppelungen« und »Simultanitäten«, die immer wieder in unterschiedlicher Weise gewohnte Realitätserfahrungen irritieren und damit kritisch hinterfragen.

Die Videoarbeit Isabelle (2011) gibt dem Betrachter das Gefühl, von den Blicken einer attraktiven Frau, die durch einen scheinbar von ihr selbst gehaltenen Handspiegel zu sehen ist, eingefangen zu werden. Die Hand mit den markanten roten Fingernägeln und der Handspiegel, in dem die rot geschminkten Lippen hervorstechen, heben sich besonders von dem dunkelgrünen Hintergrund des hochformatigen bewegten Bildes ab. Auf einem Flachbildschirm präsentiert, setzt sich der monochrome Hintergrund in einem dunkelgrauen Farbton installativ in den Ausstellungsraum fort. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass die Frau ihr eigenes Spiegelbild zu prüfen scheint. Auffällig ist, dass Betrachter und gespiegeltes Subjekt in eins fallen. Diese optische Täuschung fungiert in der Arbeit als bewusste Irritation. Die verwunderten Betrachter erkennen zunehmend die illusorische Qualität des Spiegelbildes der Frau und werden damit in einer Art Rückkoppelung auf das Bewusstsein ihrer realen physikalischen Präsenz im Raum gelenkt. Neben dieser rezeptionsspezifischen Ebene im Verhältnis zwischen Werk und Betrachtern lässt sich Isabelle auch als eine gegenwärtige Referenz an kunstgeschichtliche Traditionen lesen. So spielt der Spiegel eine große Rolle im Zusammenhang mit kognitiver Selbsterkenntnis wie auch bei der Entwicklung spezifischer Darstellungsformen in der Kunst seit der Antike, insbesondere der des Tafelbildes.
Text: Philipp Fürnkäs

www.dan-dryer.de