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Kunstwerke aus über 500 Jahren sind heute in den Gebäuden der alten Reichsabtei zu entdecken. Die Kunstförderung durch die Mönche, Darstellung im Deckenbild des Kaisersaales, um 1721, Foto: KNRW
Um 1360 Reliquienbüste des Hl. Kornelius, Goldschmiedearbeit, Kirchenschatz von St Kornelius
Abt Heribert von Lülsdorf, 1470, Stifter der Statue des Hl. Kornelius, Foto: KNRW
Abt Heinrich von Binsfeld mit der ältesten Ansicht der Abtei, Glasmalerei aus Kloster Mariawald
1521 Gewölbemalerei, St. Kornelius, Foto: KNRW
1501 Anbetung der Könige, Detail des Annenaltars, St. Kornelius, Foto: KNRW
1646 Gérard Douffet, Kreuzabnahme, Hochaltar St. Kornelius, Foto: KNRW
1700 Kaiser Karl, Stuckrelief, Reliquienkapelle "Korneliuskapelle" Foto: Kunsthaus NRW
Bernardino Bernardini, Weg der Seele, um 1722, Deckenmalerei, Klosterresidenz Kornelimünster (c) KNRW, Foto: Franz-Peter Beckers
1756 Johann Jakob Couven, Umgestaltung des Hochaltars, Foto: KNRW
Kunstwerke aus über 500 Jahren sind heute in den Gebäuden der alten Reichsabtei zu entdecken. Die Kunstförderung durch die Mönche, Darstellung im Deckenbild des Kaisersaales, um 1721, Foto: KNRW
500 Jahre Kunst in Kornelimünster
Zahlreiche Kunstwerke künden noch heute von der Kunstförderung der Äbte und Mönche der Reichsabtei Kornelimünster. Seit dem Wiederaufbau des Klosters nach 1310 beauftragten sie Künstler mit der Ausstattung der Abteikirche, heute St. Kornelius, und den Klostergebäuden. Sie stellten Künstler in den Dienst ihrer religiösen und politischen Ziele. Für die Reliquien des Hl. Kornelius ließen sie ein kostbare Büste erstellen, seine Gebeine lockten zahlreiche Pilger in den Ort.
Während die Äbte im Mittelalter die Anlage als Abbild des himmlischen Jerusalem gestalten ließen, ließ Abt Heinrich von Binsfeld vor der Kaiserkrönung 1521 die Kirche als Palastkirche Kaiser Karls umbauen. Damals verwandelten Maler die gotischen Gewölbe der Kirche in einen paradiesischen Garten.
Nach der Reformation stellten die Äbte nicht mehr den Heiligen sondern Jesus in den Mittelpunkt des Bildprogramms der Kirche. Die Mitte des 17. Jahrhunderts entstandenen Altargemälde stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar, so wie der Rubens-Schüler Douffet die Kreuzabnahme. Den zunehmenden Bedeutungsverlust des Klosters versuchte Abt Alfons Hyazinth von Suys durch eine umfangreiche Bilderserie in seiner barocken Residenz aufzuhalten. Die Deckengemälde stellen den Weg einer Seele zur Erlösung dar – der Abt als Hüter der Jesus-Reliquien begleitete sie. Die Äbte stellten diese Reliquien aus dem Schatz Kaiser Karls in das Zentrum ihrer Kunstpolitik, die mit der Aufhebung des Klosters im Jahr 1801 endete.