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Der Abt bewohnte die Erdgeschoßräume seiner Residenz, darauf deuten auch die Ofennischen für Gusseiserne Öfen. Als Landesfürst speiste der Abt nicht mit den Möchen im Refektorium sondern in seinem eigenen Speisesaal, im Keller befand sich eine eigene Küche für ihn. Bei Banquetten saß der Abt vor dem Kamin, dem wärmsten Platz. Über ihm hing am Kamin die Darstellung der Klostergründung durch Karl den Großen und Benedikt von Aniane:

Anoymer Meister (vermutlich Bollenrath), Gründung des Kloster ad Indam durch Kaiser Karl und Benedikt von Aniane im Jahr 800, um 1721, Öl auf Leiwand, ehemals aus dem Klostergebäude, Leihgabe der Propsteigemeinde.

Im 18. Jahrhundert vertrat die Abtei die Auffassung, das Kloster sei nicht vom Sohn Karls, Ludwig, gegründet worden, sondern Karl habe selbst den Beschluss dazu gefasst. Benedikt von Aniane war tatsächlich bereits Berater am Hofe Karls in Aachen gewesen. Doch gibt es erst eindeutige Quellen für eine Gründung 814, also nach dem Tode Karls, in der Vita Benedikts wird auf Ludwig den Frommen verwiesen.

Darüber war an der Decke sein Regierungsprogramm dargestellt: Allegorien der Kriegsführung, der Justiz, der Stellvertretung des Papstes und der guten Regierung in einem goldenen Zeitalter unter Abt Graf von Suys.