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Mitarbeiter Innovation and Development of the Visual Arts bei Kunstenpunt / Flanders Art Institute

Kunstenpunt verwaltet selber keine Fördermittel, sondern setzt sich ein für Innovation innerhalb der bildenden Künste in Flandern. Die Ausgangslage in Flandern: Die bildenden Künste sind stark von einem Gatekeeper-System geprägt. Darin wird das Publikum in erster Linie als Konsument gesehen. Es herrschen ein starker Wachstumsgedanke, Individualismus, Selbstausbeutung und ein westlicher Kanon. Diese Situation will Kunstenpunt verändern, mit richtungsweisenden Konzepten: „Degrowth“, Gemeinschaft, Verlangsamung, Abschied vom Wettkampfgedanken, „Fair Practice“ und transnationales Operieren anstelle von globalem. Kunstenpunt hat die Juist is Juist Kampagne ins Leben gerufen die sich etwa mit der Frage nach fairen Verträgen beschäftigt. Außerdem setzt Kunstenpunt sich mit Engagement Arts ein gegen Sexismus, sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch. Eine Arbeitsgruppe widmet sich, in Zusammenarbeit mit dem Verein NICC, dem Thema „Care in den bildenden Künsten.

In Flandern funktioniert das Fördersystem in einem 5-Jahresrhythmus, das für sowohl Künstler:innen als Organisationen offen steht. Es ist deutlich zu erkennen, dass hier nach neuen Formen der Zusammenarbeit mit dem Sektor gesucht wird, mit neuen Zulassungsstrukturen die nicht nur einmalig Zugang verschaffen, sondern eine längerfristige und diverse Perspektive anstreben. In diesem Kontext kann die Neuausrichtung der Kunstinstitutionen verstanden werden. An dem Beispiel der Kunsthal Gent zeigt sich, dass Institutionen dabei auch ihre Raumnutzung neu denken: sie teilt ihr Gebäude mit sechs anderen Kunstorganisationen. Interessant ist auch das Experiment das in dem Dorf Mol Rauw gewachsen ist. Eine Künstler:innengruppe, die den Gedanken von „commons“ aufnimmt, hat hier eine Biennale ins Leben gerufen. Die Künstler:innen leben vor Ort und alles was sie kreieren, stammt aus der direkten Umgebung. Das Projekt zeigt eine interessante Alternative auf für ein anderes Verständnis von der Beziehung zwischen Künstler:in und Publikum. Die flämische Regierung zeigt sich offen für diese neuen Interpretationen. Etwa 7 Prozent der Förderung wird mittlerweile auf Basis von Kriterien vergeben wie korrekte Vergütung, gutes Management und einer Planung für den Umgang von transgressivem Verhalten. Die Institutionen werden diesbezüglich kontrolliert.