kunsthaus nrw
kornelimünster
kalender
schließen-
Januar
-
18.01.2026 15:00
kuratorinnenführung – Trans Europa Express & NO BORDER: NRW – BELGIEN
-
25.01.2026 15:00
sonntagsführung – Jeden letzten Sonntag im Monat
-
18.01.2026 15:00
-
Februar
-
08.02.2026 15:00
kuratorinnenführung – Trans Europa Express & NO BORDER: NRW – BELGIEN
-
22.02.2026 15:00
sonntagsführung – Jeden letzten Sonntag im Monat
-
08.02.2026 15:00
Fachtag Very Contemporary: Reading the Region 2025, Foto: Doerthe Boxberg
Kulturarbeit in der Euregio Maas-Rhein
Julia Schaadt
Mitarbeiterin im Kulturbüro der Region Aachen Zweckverband
Das Kulturbüro der Region Aachen Zweckverband kann zurückblicken auf über 25 Jahre grenzüberschreitender Kulturarbeit in der Euregio Maas-Rhein. Die Aktivitäten finden statt im Rahmen des Regionalen Kulturprogramms (RKP) des Landes NRW, Aachen ist eine der zehn Kulturregionen. Gut 50 Prozent der RKPs der Region Aachen sind euregionale Projekte, zum Beispiel Borderland Residencies und Very Contemporary. Sie sind aus künstlerischer und auch kulturpolitischer Sicht gute Beispiele dafür, was mit einem euregionalen Kulturprojekt erreicht werden kann. Hierbei ergänzen sich verschiedene Förderebenen: die kommunale, regionale, die nationale und die europäische. Borderland Residencies bietet jungen Künstler:innen die Möglichkeit einer 3 bis 6 Monate langen Residenz, mit gemeinsamen Exkursionen der Teilnehmer:innen, sowie Ausstellungen und Publikationen. Borderland kreiert internationale Sichtbarkeit und einen Raum für das Testen von Kooperationen und individueller Talentförderung. Das Very Contemporary Netzwerk verbindet die Häuser für zeitgenössische Kunst auf euregionaler Ebene und erschließt sich somit ein neues Publikum. Beide Projekte greifen sinnvoll ineinander und können daher als Laboratorien für euregionale Zusammenarbeit gesehen werden.
Das Fördervolumen der RKPs für die Region Aachen liegt bei jährlich 700.000 bis 900.000 Euro für etwa 30 Projekte. Die Förderquote beträgt 50 Prozent. Eine weitere Fördermöglichkeit für grenzüberschreitende Kulturprojekte in der Euregio ist der EU Small Project Fund (SPF). Hier liegt die Förderquote bei 70 Prozent.
In jüngster Zeit hat sich die Förderlandschaft allerdings verändert. In 2025 fanden finanzielle Kürzungen im NRW-Kulturetat statt. Und auch wenn einige der Beschlüsse bereits zurückgenommen werden konnten, so bleibt doch eine allgemeine Unsicherheit bestehen. Die Situation in den Niederlanden stellt sich aus euregionaler Sicht so dar, dass ein eigenes grenzüberschreitendes Förderprogramm eingestellt wurde. Beim SPF muss beachtet werden, dass ein Projekt nur einmalig beantragt werden kann, für eine längere Projektlaufzeit muss also jedes Jahr aufs Neue eine andere Co-Finanzierung gefunden werden. So haben alle Regelungen ihre eigenen Vorschriften und bedeuten für die Antragsteller:innen mitunter einen enormen administrativen Aufwand.
Abschließend kann festgehalten werden: Euregionale Kulturarbeit ist Beziehungsarbeit und benötigt daher Vertrauen, Kommunikation und langfristiges Engagement. Euregionale Kulturprojekte sind ein Laboratorium für Zusammenarbeit und bieten soziale Reflexionsräume. Es lohnt sich, trotz der Herausforderungen, hieran weiterzuarbeiten – zugunsten der kulturellen Vielfalt in der Region.