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Eröffnung 10.10.2026, 15:00 Uhr

Außenrauminstallation, Entangled Lines (Space): ab 09.05.2026, fortlaufend
Innenraumausstellung, Entangled Lines (Time): 10.10.2026–31.01.2027

Im Rahmen des internationalen Forschungs- und Vermittlungsprojekts Sigmar Polke. Athanor NOW, initiiert von der Anna Polke-Stiftung, hat die Künstlerin Berit Schneidereit (* 1988, lebt und arbeitet in Düsseldorf) für das Kunsthaus NRW ein ortsspezifisches Ausstellungsprojekt entwickelt, das über den Zeitraum eines halben Jahres in zwei ineinandergreifenden Teilen realisiert wurde.

Ausgehend von erweiterter Fotografie als einer liquiden, prozesshaften und materialbasierten künstlerischen Praxis untersucht Schneidereit das fotografische Medium als Ausdruck eines Kontinuums von Zeit und Raum. Zentrale Bezugspunkte bilden dabei Sigmar PolkesDürerschleifen, die 1986 Teil seiner ikonischen Athanor-Installation im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig waren, sowie seine experimentellen fotografischen Arbeiten mit Pflanzenranken aus dem gleichen Zeitraum.

Im Garten des Kunsthaus NRW hat Berit Schneidereit eine Skulptur entstehen lassen, Entangled Lines (Space), die durch die Einbindung rankender Pflanzen sowohl Polkes Werk als auch die Nutzungsgeschichte des ehemaligen Abteigartens aufgreift. Die Pflanzen, die an der Paraventstruktur emporranken, haben zudem sukzessive das fotografische Bildmaterial hervorgebracht, das nun Eingang in den zweiten Teil des Ausstellungsprojektes findet.

Ab 10. Oktober 2026 setzt sich der im Außenraum begonnene Prozess im Inneren des Kunsthaus NRW fort: Mit Entangled Lines (Time) überführt Berit Schneidereit die fotografischen Arbeiten, die sie aus der Gartenskulptur heraus entwickelt hat, in eine ortsbezogene Installation. Diese bringt unterschiedliche Verfahren und Momente der Bildgenese zusammen – beispielsweise verschiedene Formen von Belichtungen, fixierte und unfixierte Arbeiten oder Schüttungen, bei denen (Entwickler-) Flüssigkeiten auf das Trägerpapier gegossen wurde – und übersetzt so Genese und Transformation aus dem Garten auf experimentelle Weise in Fotografien.

In drei Kabinetträumen treten die Arbeiten von Berit Schneidereit in Dialog mit ausgewählten Werken von Sigmar Polke. Den Schwerpunkt bilden Fotografien aus den 1970er- und 1980er-Jahren, die zentrale Prinzipien von Polkes künstlerischer Praxis veranschaulichen. Die selten zuvor gezeigte sechsteilige Serie Schneckenfraß, 1975, die die eigenwillige und sich jeglicher Kontrolle entziehenden Schneckenspur zum Ornament erhebt, steht experimentellen Fotografien gegenüber, in denen die fotochemischen Prozesse aus der Dunkelkammer in den Vordergrund treten und selbst zum bestimmenden Bildthema werden.

Die Ausstellung wird kuratiert von Elsa Wellmann-Gilcher und ist Teil von Sigmar Polke. Athanor NOW, ein Projekt der Anna Polke-Stiftung.