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Die Ausstellung im Skulpturengarten des Kunsthauses knüpft an die Sammlungspräsentation »sammlung mit losen enden 05: aufbrechen« an und spielt mit dem Motiv der Ruine. Als das Land NRW gegründet wurde, galt es nicht nur die Städte wiederaufzubauen, es galt auch die ersten Ansätze demokratischen Bewusstseins zur Geltung kommen zu lassen und Zeichen zum Wiederaufbruch in die Moderne zu setzen. Dabei spielten die moderne Architektur und die Kunst am Bau eine signifikante Rolle. Mittlerweile werden viele dieser Bauten abgerissen oder die Kunstwerke vom »Bau« entfernt. Manchmal bleiben nur Fragmente oder nicht rekonstruierbare Konstellationen von Kunst und Öffentlichkeit. Eine Reihe von Installationen zeitgenössischer Künstler:innen greift Fragmente dieser Kunst auf und stellt sie in den Kontext der Gegenwart. Die Künstler:innen fordern so zu Fragen heraus wie: Was ist aus den Utopien einer besseren Gesellschaft geworden?

Für diese Hinterlassenschaften der industriellen Epoche hat der Künstler Sebastian Freytag ein neues museales Konzept entwickelt, das im Rahmen der Ausstellung erstmals zu sehen sein wird. Diese Epoche hinterlässt aber auch eine fragmentierte Landschaft und Ortschaften. So werden im Skulpturengarten auch Teile des Pflanzenarchivs von Silke Schatz gezeigt, die im zerstörten Dorf Manheim-alt Kultur- und Brachpflanzen in den Ruinen gesammelt hat. Christian Odzuck hat einen Entwurf für den Umgang mit dem abgebauten Steinrelief des Künstlers Karl Hartung, ehemals angebracht am Filmhaus des WDR in Köln, entwickelt und überführt es als Teil in ein neues Kunstwerk. Aus dem Würfel, als fast schon magischer Grundform vieler öffentlicher Skulpturen der 1960er bis 1980er Jahre, hat Vera Lossau ein nicht minder magisches Spiel für den Skulpturengarten entwickelt – zum verweilen und nachdenken.

Künstler:innen
Sebastian Freytag, Vera Lossau, Christian Odzuck, Silke Schatz sowie Werke von Karl Hartung, August Pigulla, Erich Reusch

Im Kunsthaus werden mehrere Kunst-am-Bau-Werke gezeigt, die ursprünglich in anderen Bauten des Landes NRW installiert waren. Die Gebäude wurden inzwischen entweder abgerissen oder umgebaut, das Kunsthaus bewahrt diese Werke und zeigt sie in neuen Kontexten. 2022 sind es Werke von: Victor Bonato, Adolf Luther (Ende 2022), Georg Meistermann sowie eine neue Wandarbeit von Frauke Dannert.

Veranstaltungen
Eröffnung – Samstag, 21. Mai 2022, 15 Uhr

Laufzeit
21.05.2022 – 13.11.2022

Mit besonderem Dank an den WDR und den Nachlass von Karl Hartung.